Karl Küpper in Köln / Beitrag zum Friedensmarsch 2019

Seit einigen Jahren gibt es in der Bundesrepublik eine Partei, die behauptet in der Mitte der Gesellschaft zu stehen, tatsächlich aber immer wieder beweist, unmenschlich, undemokratisch und mit sehr gefährlichen Aussagen von sich reden macht – und dies auf eine teilweise nicht unkluge, aber sehr perfide Weise. So in Köln:

Die Kölner AfD hat einen Antrag für die Ratssitzung am 7. November 19 eingebracht. Sie will, dass die Stadt Köln Karl Küpper ein Denkmal errichtet und einen Karl Küpper Preis auslobt. Karl Küpper war der Büttenredner „Dr Verdötschte“ und einer der wenigen deutschen Karnevalisten, der sich offen gegen den Nationalsozialismus positionierte. Ein "Verlogener Antrag an den Kölner Rat", wie ein breites Bündnis von Unternehmen, Politik, Kunst und Kultur u.v.a.m. Aussagen.   

Wer war Karl Küpper?

Karl Küpper betrat in den 1930er Jahren die Kölner Bühnen mit dem zum Nazigruß ausgestreckten Arm und sagte: „Su huh litt bei uns dr Dreck em Keller!“ - „So hoch liegt bei uns der Dreck im Keller!“. Oder er fragte, die Hand erhebend, ob es gerade regnet: „Es et am rähne?“ 1939 wurde er allerdings mit einem lebenslangen Redeverbot belegt. Küpper ging zur Wehrmacht, sicher auch zu seinem Schutz, trat in Fronttheatern auf und die Nazis hoben sein Redeverbot auf. Nach dem Krieg stieg Küpper wieder in die Bütt und zeigte wieder den Hitlergruß, allerdings mit einem leicht abgewandelten Satz: „Et eß ald widder am rähne!“. Er spielte auf die Nationalsozialisten an, die auch in der Nachkriegszeit, der Adenauer- CDU wieder in Amt und Würden gelangten. Die karnevalistische Zensur von 1952 traf zuweilen sogar dieselben Satiriker wie unter den Nazis, wie z.B. Karl Küpper

Thomas Liessem, 1929 Präsident der Prinzengarde Köln und Mitglied der NSDAP,  Liessem war es auch der als Vorsitzender des Bürgerausschusses Kölner Karneval nach 1952 faktisch das zweite Auftrittsverbot Küppers durchsetzte u.a. auch auf Anregung Adenauers und seinem Kabinett. Kanzler Adenauer reagierte übrigens auf seine Weise: Er ging u.a. wg. Küppers  1952 nicht zum Karneval.  Erst 2011 benannte die Stadt Köln an der Ecke Salomonsgasse/Marspfortengasse einen Platz nach ihm.

Der AfD-Antrag

Die Kölner AfD-Fraktion will mit ihrem Antrag erreichen, dass die Stadt die Errichtung eines Karl Küpper Denkmals prüft. Zudem fordert sie die Auslobung eines Karl-Küpper-Preises in Höhe von 11.111 Euro, der immer im Rahmen einer der Fernsehsitzungen vergeben werden soll.

Die Strategie der Neuen Rechten

Es ist die Strategie der Neuen Rechten, zu denen die AfD als parteipolitisches Angebot zählt, sich anscheinend scharf von der Zeit des Nationalsozialismus abzugrenzen und gleichzeitig permanent auszuloten wie weit in der Öffentlichkeit Tabubrüche möglich sind. Erinnert sei in diesem Zusammenhang, an den „Vogelschiss“-Ausspruch des Parteivorsitzenden Alexander Gauland oder Höckes „Denkmal der Schande“. Die Neuen Rechten und ihre Chefstrategen der AfD haben sehr früh erkannt, dass die alten Nazis in der Bundesrepublik gesellschaftlich isoliert sind. Die alten Nazis, häufig der NPD nahe stehend haben sich mit einem Platz am Rand der Gesellschaft abgefunden. Nicht so die AfD, sie strebt in die Mitte der Gesellschaft, nicht zuletzt sichtbar, als deren Parteivorsitzender Alexander Gauland nicht müde wurde zu betonen, dass die AfD eine bürgerliche Partei sei.

Dass sich ausgerechnet die Kölner AfD für Karl Küpper einsetzt, ist ein Tabubruch und sollte vor allem den Kölner Karneval aber auch die Stadtgesellschaft hellhörig werden lassen. Besonders perfide ist zudem, dass die AfD in ihrer Begründung des Ratsantrags den Eindruck entstehen lassen will, dass sie mit einem Rede- und Meinungsäußerungsverbot belegt sei, was mitnichten der Fall ist.

Auf welch hohem Ross die Kölner AfD reitet, zeigt auch die nach der "FAZ"-Veröffentlichung verschickte Pressemitteilung. Dort lädt die Kölner AfD den Sohn von Karl Küpper nach ihrem Antrag ein, das Gespräch zu suchen. Wer einen solchen Antrag als politische Partei formuliert, sollte von sich aus vor seiner eigenen Initiative, dass Gespräch suchen, ob dies der Intention der Angehörigen entspricht. Alleine der Respekt gebietet das vor dem, den die Partei ehren will. Dass sie dies vermissen lässt zeigt, dass ihnen der Karnevalist egal, ihre Darstellung in der Gesellschaft, als normale, ungefährliche Partei aber um so wichtiger ist.  

Ausgerechnet die Partei, für die die Ermordung von sechs Millionen Juden ein Vogelschiss der Geschichte ist. - Karl Küpper dagegen hatte die Nazis verhöhnt. Ausgerechnet die Partei, für die die Ermordung von hunderttausenden Sinti und Roma ein Vogelschiss der Geschichte ist. - Karl Küpper dagegen wurde von Nazis zusammengeschlagen und kam in Gestapohaft. Ausgerechnet die Partei, für die die Ermordung zehntausender Nazigegner ein Vogelschiss der Geschichte ist. - Karl Küpper dagegen hatte den Nazigruß lächerlich gemacht. Ausgerechnet die Partei, für die die Kriegsverbrechen der Wehrmacht in ganz Europa mit über 25 Millionen toter Zivilisten ein Vogelschiss ist. - Karl Küpper dagegen hatte die Nazis faschistische Vagabunden genannt."

Das die Stadt Köln die Idee von Fritz Bilz einen Karl-Küpper-Preis für kritischste Büttenrede auszuloben nicht umsetzte falle ihr nun auf die Füße, stellt Köln stellt sich quer fest und weiter: "Völlig zu Recht hat der Sohn Gerhard A. Küpper die Instrumentalisierung Karl Küppers durch die AfD nachdrücklich abgelehnt. Er will sich den Namen seines Vaters nicht beschmutzen lassen. Wir unterstützen ihn dabei!"

 

Von dem hiesigen Karneval habe ich noch nichts gehört, wie man zu Karl Küppers und diesem verlogenen Antrag steht.

In der Oberbergischen Volkszeitung habe ich keine Artikel und keinen Kommentar gelesen, wie man zu Karl Küppers steht. Ich warte noch darauf , oder habe ich es übersehen, obwohl ich sie jeden Tag lese?

 

Wir wissen nicht, wer Steine in Fenster von Oberberg gegen Rechts- Mitglieder wirft. Karl Küppers und Menschen, die denken wie er es tat, wären Mitglieder des Vereins und  hätten nie einen Stein in die Hand genommen. Sondern Worte.

 

 

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